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KUR KONZERTE  HÖR-ECKE


CPT. KOCHS KOCHSTUBE

ANTITAINMENT – Ich kannte die, da waren sie noch real!

„Haben ANTITAINMENT ein ´Kurt-Cobain-Problem´?“ könnte etwas boulevardmäßig überzogen vorm 3.Album gefragt werden; denn wie geht man als Künstler damit um, wenn die eigentlich nicht für die Allgemeinheit gedachte Musik immer mehr Zuhörer findet...? Die Antwort der herrlich chaotischen Hessen auf diese vermutlich irrelevante Frage: Einfach weiter in jeden sich bietenden Pool pinkeln und aller Welt gehörig die lange Nase zeigen...

Doch die Frage des „Wie weiter?“ taucht denn doch nicht nur im Album-Titel auf; eingangs gibt´s gleich ein kleines, klares Statement an ständig knöterige Spaßfreie: Begriffe wie „Fake“, „Sellout“ oder „alles schon gehört“ werden lässig zerhackt zurück gesendet, und angesichts der musikalischen & textlichen Kompromisslosigkeit geschieht dies vollkommen zu recht. Überhaupt...der Sound...bzw. wie klingt das eigentlich...?

An hyperaktive Zappeligkeit erinnernd und offenbar vor Spielwitz platzend hauen die sympathischen Ritalin-Verweigerer (ZU RECHT!!!) wild verquirlte Stilmixe und heftig-hektische Breaks vor den Latz, wobei Quietsche-Orgel, Techno-Beats und Mosh-Parts sich ansatzlos abwechseln oder wie auf Knopfdruck in schunkelige Mitsing-Melodien übergehen. Das Ganze ist herrlich harmoniearm und für ungeübte Organismen sicher nicht zum Schakra-Geraderücken zu empfehlen. Dafür kommt dieses Album –auch aufgrund seiner Kürze– viel mehr als ordentlich lausig kalte Dusche daher. (Und –Achtung! Abschlusskalauer- was wünscht man sich dieser Tage mehr...?)

LP/ CD (11 tracks/ 23:37 min.)