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MUFF POTTER – Gute Aussicht

Zu dieser Band durfte sich ja in der Vergangenheit bereits so ziemlich jeder eine Meinung bilden, und es scheiden sich darüber vermehrt die Geister. Das dürfte auch beim neuen Machwerk der Fall sein, wobei ich für mich jetzt wenigstens Klarheit erlangt habe...

Lang, lang ist´s her, da war Muff Potter DIE Band für mich. Kumpels wurden permanent mit CDs genervt und mit Song-Zitaten beglückt. Nach einer Reihe von Enttäuschungen findet dieses Kapitel nun sein Ende.

Grund dafür dürfte unterm Strich das auf Dauer nervige ‚Wollen’ sein: Immer irgendwie was besonderes sein zu wollen, was neues zu wollen, das nächste große Ding. Und bei allem grundsympathischen Orientieren an Indie-Vorbildern oder -Vorgängern hört man dieses Möchtegern auch auf dem neuen Album wieder an zu vielen Stellen raus. Nach dem völlig überproduzierten Vorgänger „Steady Fremdkörper“ sollte es diesmal wohl wieder mehr nach Lo-Fi klingen; nur wenn ich solche Schrammel-Gitarren wie beim langweiligen Opener hören will, krame ich doch lieber gleich die alten Dinosaur jr.-Platten raus. Und in dem Nicht-Fisch-nicht-Fleisch-Stil zieht es sich dann bei der einen oder anderen gelungenen Textzeile bis zum Ende durch. Irgendwie nicht sie selbst und musikalisch nicht wirklich authentisch.

Hinzu kommt, dass das singende „Ich“ bei allen Zweifeln doch zu sehr von sich überzeugt zu sein scheint, was früher auch mal anders wirkte und mehr berührte. Nach diversen, wenig überzeugenden Auftritten bei allerlei Konzerten (Ich sage nur „Becherpfand einfordern beim ‚Tschüß’-Sagen...“) rundet nun diese Platte das Bild „unnötige Band“ schlussendlich ab. Schade.

 

CD (12 tracks/ 41:58 min.)